SC trennt sich 2:2 von Nürnberg
Mit starker Ostermoral gepunktet
Zum Schweben schön: Cedrick Makiadi nach seinem Tor zum 2:2. (Foto: A. Keller)
Der SC Freiburg hat am Ostersamstag seine Serie ausgebaut und ist auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen geblieben. Das Team von Trainer Christian Streich trennte sich im ausverkauften MAGE SOLAR Stadion 2:2 (0:2) vom 1. FC Nürnberg. Gegen die Franken, die zur Pause durch Tore von Daniel Didavi (8.) und Tomas Pekart (45.+2) in Führung lagen, war in der zweiten Halbzeit eine Aufholjagd nötig. Mit starker Moral und nach Toren von Daniel Caligiuri (53.) per Foulelfmeter und Cedrick Makiadi (79.) sicherte sich das Team den am Ende auch verdienten Punktgewinn.
Eins war klar: Osterspaziergänge gibt es vielleicht in der klassischen Literatur oder in der Freizeit, aber nicht im Fußball. Und in welchem Nest die Punkte und Tore am Ende landen würden, wollte man vor so einem wichtigen Spiel wie dem zwischen dem Sport-Club und dem 1. FC Nürnberg vorab gar nicht wissen. Denn dass es heute wieder ein enorm wichtiges Spiel war, zeigte nicht nur der Blick auf die Tabelle, die beide Teams mit 31 Punkten auf den Plätzen 13 (SCF) und 12 (FCN) führte. Schon lange ist im Kampf um den Klassenerhalt klar: es gibt keine unwichtigen Spiele für den SC.
Wieder mit unveränderter Anfangself
Die Gäste, deren Trainer Dieter Hecking vor dem Spiel die Überzeugung geäußert hatte, „dass wir den Klassenerhalt ohne Relegation schaffen", hatten zuletzt vier Spiele in Folge verloren. Das Team von Christian Streich hatte sich dagegen mit zuletzt drei Siegen nacheinander und einer Serie von fünf ungeschlagenen Spielen aus der Abstiegszone herausgekämpft. Vorläufig zumindest, denn der Vorsprung auf den Relegationsplatz betrug vor dem Spiel, dass zugleich der Auftakt einer englischen Bundesliga-Woche war, gerade drei Punkte. Die Tabelle, so SC-Trainer Christian Streich unter der Woche, „interessiert mich nicht. Wichtig ist, dass wir ordentlich Fußball spielen und wir sind uns bewusst, dass das Spiel gegen Nürnberg sehr schwer wird."
Das Freiburger Trainerteam, dem vor der Begegnung wieder mehr personelle Optionen als zuletzt zur Verfügung standen - weiter fehlten Oliver Barth, Beg Ferati, Anton Putsila, Jan Rosenthal und Simon Brandstetter - hatten sich dennoch zum dritten Mal in Folge für die selbe Startelf entschieden. Jene, die auch bei den 2:0-Siegen gegen den 1. FC Kaiserslautern und bei Bayer Leverkusen aufgelaufen war. Die Gäste mussten unter anderen den gesperrten Philipp Wollscheid und die verletzen Adam Hlousek und Alexander Esswein ersetzen.
Zwei Gegentore und schwere Verletzung bei Schuster
Christian Streich hatte vorab eindringlich vor dem heutigen Gegner gewarnt. Warum, das demonstrierten die Gäste im MAGE SOLAR Stadion von Beginn an. Die Nürnberger starteten offensiv, aggressiv und leider auch effektiv in die Begegnung. Die Franken standen hoch und spielten von Beginn an nach vorne. Einen Freistoß von Daniel Didavi (4.) konnte Oliver Baumann noch parieren. Auch die erste Ecke für den FCN sorgte für keine Gefahr. Doch ausgerechnet in der achten Spielminute, in der der Sport-Club in den letzten beiden Spielen jeweils in Führung gegangen war, musste das Team diesmal den ersten Rückstand seit sechs Spielen hinnehmen. Als Didavi bei einem Angriff der Gäste zu viel Raum hatte und ihm Fallou Diagne den Ball unfreiwillig in die Füße spielte, nutzte der Nürnberger dies zu einem Schuss aus rund 22 Metern über Baumann hinweg zur Führung. Die Gastgeber fanden sich erst nach einer Viertelstunde besser zurecht, in der insgesamt wohl schlechtesten Halbzeit seit etlichen Partien.
Ein erster Schuss von Cedrick Makiadi wurde abgeblockt, aus einem Freistoß unmittelbar vor der Strafraumgrenze, vermochte der SC kein Kapital zu schlagen. Das Team fand vor der Pause nie den richtigen Zugriff auf das Spiel, die Nürnberger standen auch defensiv kompakt und blieben mit Kontern gefährlich. Der SC kam durch Daniel Caligiuri (15.) zu einer ersten Möglichkeit, der entschlossen in den Strafraum zog, doch Torwart Raphael Schäfer wehrte zur Ecke ab. Nach rund 20 Minuten sah Makiadi seine fünfte gelbe Karte und fehlt somit am Dienstag beim Spiel in Berlin.
Wenig später folgte wieder ein unschöner Moment. Julian Schuster verletzte sich im Luftduell bei einem Zusammenprall mit Tomas Pekhart im Gesicht und musste vom Feld. Wie sich nach dem Spiel herausstellte, hat der SC-Kapitän einen Nasenbeinbruch und eine Mittelgesichtsfraktur erlitten, die am Monatg operiert werden muss. Für Schuster kam Johannes Flum ins Spiel. Die Gäste agierten weiterhin weit vorgeschoben, was dem SC Probleme bereitete. Pekhart (27.) rutschte nach einem Freistoß knapp am Ball vorbei. Auf der Gegenseite erwischte Caligiuri (29.) eine zu kurz geratene Kopfballrückgabe - doch der Ball trudelte knapp am Pfosten vorbei. Kurz darauf rettete Baumann nach einem Fehler im Mittelfeld gegen Robert Mak.
Nach der Pause treffen Caligiuri und Makiadi
Es war aus SC-Sicht lange eine verfahrene Partie, denn offensiv entwickelte die Mannschaft noch zu wenig Durchschlagskraft und sie wirkte weniger kompakt, als in den vorangegangenen Spielen. Dem Ganzen setzte schließlich Tomas Pekhart, schon in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, die Krone auf. Drei Eckbälle in Folge zirkelten die Nürnberger da noch vor das Tor von Baumann. Den letzten verwertete der Stürmer nach dem Motto „aller guten Dinge sind drei" und traf aus rund sechs Metern aus der Drehung zum zweiten Mal für die Gäste. Bitter, denn es war der berühmte Treffer zum ungünstigsten Zeitpunkt, wobei Gegentore naturgemäß immer zu einem ungünstigen Zeitpunkt fallen. Nach der Pause begann der SC mit Stefan Reisinger für Karim Guédé - und trotz des Rückstandes gut erholt. Die Freiburger zeigten sich jetzt wesentlich besser auf den Gegner eingestellt und der Wille zur Aufholjagd war gleich spürbar. Und als in der zweiten Halbzeit die achte Minute lief, kam der SC bereits zum Anschlusstreffer. Per Nilsson hatte Caliguri im Strafraum gefoult und dieser trat selber an und verwandelte genauso sicher wie bei seinem ersten Strafstoß in dieser Saison gegen Schalke 04.
Danach entwickelte der Sport-Club weiter Druck, die Gäste konnten sich lange nicht mehr so gefährlich in Szene setzen, wie noch vor der Pause. Makiadi verfehlte mit einem Kopfball das Tor, Nilsson klärte gegen Caligiuri zur Ecke. Die bis dahin beste Ausgleichschance aber bot sich Reisinger, der nach einer Hereingabe des wieder starken Mensur Mujda mit seiner Direktabnahme an Schäfer scheiterte. Die Fans im ausverkauften Stadion trieben ihr Team auch heute unermüdlich nach vorne. Makiadi zielte bei einem Freistoß zu hoch, Nürnberg kam nur noch sporadisch zu Kontern. Der SC bearbeitete den Gegner jetzt konsequent weiter, auch wenn die erste Druckphase zunächst vorbei war. Mit großer Moral versuchte das Team zu weiteren Möglichkeiten und zur Chance auf den Ausgleich zu kommen. Baumann (76.) musste noch einmal einen gefährlich Schuss von Javier Pinola über die Querlatte lenken. Auf der Gegenseite lenkte Schäfer einen Versuch von Schmid ebenfalls zur Ecke.
Nächste Woche gegen Hertha und Hoffenheim
Eine Ecke, kurz ausgeführt, war es schließlich auch, die der Sport-Club zum ersehnten und mittlerweile auch verdienten Ausgleich nutzte. Cedrick Makiadi (79.) stand kurz vor dem Strafraum bereit und überwand Schäfer mit einem sehenswerten Dropkick-Schuss. Die Schlussphase war weiter vom Kampf geprägt. Klare Chancen auf ein weiteres Tor boten sich jedoch keiner der beiden Mannschaften mehr. So blieb der SC auch im sechsten Spiel in Folge ungeschlagen und konnte dazu seinen 13. Tabellenplatz verteidigen. „Wir wissen schon, was auf uns zukommt", hatte Christian Streich ebenfalls vor dem Spiel gesagt und dabei auch hinzugefügt: „Vielleicht sitzen wir ja nach dem Spiel hier, haben einen Punkt geholt und sagen: Puh, einen Punkt gegen diese Nürnberger Mannschaft, das ist nicht schlecht."
So ähnlich war es schließlich. „Wir hatten Probleme, ins Spiel zu kommen, Nürnberg war am Anfang besser. Es war nach dem Rückstand schwer gegen diesen sehr physischen Gegner", so der Freiburger Trainer hinterher. "Aber die Mannschaft hat in der Halbzeit und nach dem zweiten Tor kurz vor der Pause die Nerven bewahrt. Wir haben dann besser Fußball gespielt und am Ende, finde ich, ist das 2:2 okay. Grundsätzlich kann ich nur sagen, wenn man die Mannschaft auch heute gesehen hat: Es ist eine große Freude, mit diesen jungen Menschen arbeiten zu dürfen."
Am Dienstag geht die englische Bundesliga-Woche für den SC Freiburg im Berliner Olympiastadion mit der Partie bei Hertha BSC weiter. Zum nächsten Heimspiel erwartet der Sport-Club dann am Sonntag in einer Woche die TSG Hoffenheim. Es gibt genug Arbeit für Christian Streich und seine Mannschaft. Trotzdem ihnen und allen SC-Fans für heute natürlich: Frohe Ostern!
Dirk Rohde
Stenogramm:
SC Freiburg: Baumann - Sorg, Ginter, Diagne, Mujdza - Schuster (25. Flum), Makiadi - Caligiuri (79. Santini), Schmid - Guédé (46. Reisinger), Freis
1. FC Nürnberg: Schäfer - Pinola, Maroh, Nilsson, Feulner - Simons, Balitsch - Mak (85. Bunjaku), Didavi (69. Cohen), Chandler - Pekhart (80. Hegeler)
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Tore: 0:1 Didavi (8.), 0:2 Pekhart (45.+2), 1:2 Caligiuri (53., FE), 2:2 Makiadi (79.)
Gelb: Makiadi, Flum, Sorg - Feulner, Nilsson, Maroh
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)


















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