SC trennt sich 0:0 von Hoffenheim
Noch ein Punkt für die tolle Serie

Richtungsstreit: Daniel Caligiuri (rechts) und der Ex-SC-Spieler Daniel Williams beharken sich im Zweikampf. (Foto: M. Heuberger
Die famose Serie des SC Freiburg hat auch nach dem 31. Bundesliga-Spieltag Bestand. Das Team von Trainer Christian Streich trennte sich am Sonntag vor 23.500 Zuschauern im MAGE SOLAR Stadion 0:0 von der TSG Hoffenheim und blieb damit zum achten Mal in Folge ungeschlagen. In einer intensiven Partie besaßen die Gastgeber zwar Chancenvorteile, insgesamt war es gegen die starken Nordbadener jedoch ein gerechtes Remis. Der Sport-Club bleibt drei Spieltage vor dem Saisonende Tabellendreizehnter und liegt jetzt sieben Punkte vor dem Drittletzten 1. FC Köln.
So ein Bundesliga-Spieltag hat bisweilen gewisse Parallelen zum Simultan-Schach. Als letztes trat der Großmeister am Sonntag an den Tisch des SC Freiburg, wo sich zeigen musste, wem am Ende der entscheidende Zug gelingt. Anders als beim Schach gibt es beim Fußball jedoch drei statt einen Punkt für den Sieg und auch einen ganzen statt einem halben für ein Remis. Und anders als am letzten Spieltag unter der Woche hatten die Konkurrenten des SC im Kampf um den Klassenerhalt wie der FC Augsburg, der Hamburger SV oder Hertha BSC gestern bereits weitere Zähler sammeln können. Der Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Drittletzten 1. FC Köln hatte aber auch vor dem Anpfiff noch Bestand, da die Rheinländer im ersten der beiden Sonntagsspiele bei Borussia Mönchengladbach unterlagen.
Nur Cedrick Makiadi neu im SC-Team
Zum Schluss also war der Sport-Club am Zug, der am Dienstag mit dem 2:1 bei Hertha BSC seinen fünften Sieg aus den letzten sieben ungeschlagenen Spielen geholt hatte. Gegner TSG Hoffenheim war zuletzt viermal in Folge unbezwungen geblieben und nicht nur deshalb hatte SC-Trainer Christian Streich die Kraichgauer als „momentan sicher eine der besten Mannschaften in der Liga" charakterisiert. Beim Sport-Club fehlten Julian Schuster (Gesichts-Operation), Mensur Mujdza (Muskelfaserriss), Anton Putsila, Michael Lumb (Infekt), Oliver Barth und Simon Brandstetter (beide Aufbautraining). Dafür kehrte nach seiner Gelbsperre Cedrick Makiadi ins Team zurück - für den fehlenden Mujdza, denn eine weitere Änderung in der Startelf gab es nicht. Außer, dass Jonathan Schmid diesmal rechts verteidigte und Karim Guédé Schmids Platz im rechten offensiven Mittelfeld übernahm. Ganz vorne spielten wie in Berlin Garra Dembélé und Sebastian Freis. Auf der Bank saß erstmals bei einem Bundesligaspiel Erich Sautner aus der Zweiten Mannschaft. Bei den Gästen fehlte zwar der gesperrte Tobias Weis, die vorab als angeschlagen gemeldeten Sejad Salihovic und Sven Schipplock waren jedoch dabei.
Unter den Augen von Bundestrainer und SC-Ehrenspielführer Joachim Löw entwickelte sich von Beginn an ein temporeiches, niveauvolles Spiel. Die Gäste standen zu Beginn hoch und präsentierten sich angriffslustig, der Sport-Club verteidigte jedoch die gesamte erste Hälfte hindurch äußerst konzentriert und stabil. Nach einem offenen Beginn kamen die Gastgeber nach einer Viertelstunde zu einer ersten Möglichkeit. Dembélé traf den Ball beim Schussversuch jedoch nicht richtig, Sebastian Freis traf anschließend den Kopf des ehemaligen Freiburgers Daniel Williams. Beide Teams hielten das Tempo durch schnelles Umschalten hoch. Nach einer schönen Aktion von Daniel Caligiuri (20.) klärte ein Hoffenheimer Verteidiger aber gerade noch vor den hochgestiegenen Dembélé und Guédé. Wie der SC standen auch die Hoffenheimer kompakt, ließen aber insgesamt mehr Möglichkeiten für den Gegner zu.
Chancenplus vor der Pause
Als der starke Jonathan Schmid sich einmal mehr ins Offensivspiel eingeschaltet hatte, köpfte Freis (24.) seine Flanke nur knapp am Tor vorbei. Weitere klare Möglichkeiten ergaben sich für das Team von Christian Streich vor der Pause nicht mehr. Guédé rutschte bei einem Schussversuch weg, Caligiuri versprang auf dem Weg zum Tor der Ball und einen Schuss von Makiadi konnte Jannik Vestergaard abblocken. Echte Möglichkeiten für die Gäste hatte der SC dafür in der ersten Halbzeit auch nicht zugelassen - mit einer Ausnahme. Nach einer Flanke von der linken Seite konnte TSG-Kapitän Andreas Beck den Ball freistehend mit der Brust stoppen, sein Linksschuss aus rund elf Metern ging jedoch am rechten Pfosten vorbei. Das einzige, was man am Freiburger Spiel vielleicht vermisste, war etwas mehr Linearität und Konsequenz in der Offensive gegen einen nach den zurückliegenden Erfolgen allerdings sichtlich gestärkten und selbstbewussten nordbadischen Gegner. Und nicht zu vergessen: für beide Kontrahenden war es das dritte Spiel innerhalb einer Woche
Nach der Pause spielten beide Teams personell unverändert weiter. Und obwohl es auch am Ende dabei bleiben sollte, dass die Fans im MAGE SOLAR Stadion heute keine Tore zu sehen bekamen, blieb es auch dabei, dass der badische Nord-Süd-Gipfel der Fußball-Bundesliga ein intensiver Vergleich war. Nach einem schleppenden Wiederbeginn nahm das Spiel allmählich wieder Fahrt auf - mit der ersten guten Chance für den SC. Nach einem Freistoß von Schmid köpfte Caligiuri (57.) knapp am langen Pfosten vorbei. Nach einer Stunde kam Jan Rosenthal für Dembélé, später auch Stefan Reisinger für Guédé ins Spiel. Beide Mannschaften arbeiteten weiter gut organisiert gegen den Ball und waren dafür weniger effektiv im Offensivspiel, auch weil sich in den Angriffszonen nur wenige Räume boten. Compper verpasste mit einem Kopfball das Tor von Baumann. Der kurz nach der Pause für den mit Verdacht auf einen Schienbeinbruch ausgeschiedenen Firmino eingewechselte Ryan Babel (69.) zielte aus der Distanz knapp über die Latte.
Intensiver Schlagabtausch bis zum Schluss
Doch der Sport-Club verstand es, den Druck wieder zu erhöhen. Nach Vorarbeit von Freis scheiterte Caligiuri (71.) mit einem Schuss am glänzend abwehrenden Hoffenheimer Torhüter Tom Starke - es war die beste SC-Chance zur Führung. Wenig später traf Caligiuri dann aus spitzem Winkel den linken Außenpfosten. Die Fans trieben ihre Mannschaft auch in der umkämpften Schlussphase weiter lautstark nach vorne. Doch zum Siegtreffer fehlte am Ende das letzte Quäntchen und die Gäste fighteten bis in die Nachspielzeit hartnäckig zurück. Ein Schuss von Williams ans Außennetz und ein gefährlicher Freistoß von Salihovic, den Baumann aus der Gefahrenzone faustete, waren letzte Momente zum Luftanhalten. „Die Freiburger waren sehr, sehr giftig und griffig. Wir sind froh, dass wir hier wenigstens einen Punkt geholt haben, man muss sich ja nur ihre Statistik aus den letzten Spielen anschauen", sagte der Hoffenheimer Trainer Markus Babbel nach dem Spiel.
Diese Statistik weist nun acht ungeschlagene Spiele in Folge für den SC Freiburg aus. Fünf davon konnte die Mannschaft von Christian Streich, die weiter auf dem 13. Tabellenplatz steht, gewinnen. Mit den insgesamt 18 Zählern aus dieser Serie steht der Sport-Club nun drei Spieltage vor dem Saisonende mit 36 Punkten sieben Punkte vor dem 1. FC Köln, der weiter auf dem Relegationsplatz liegt. Man kann also sagen, dass der SC dem großen Ziel Klassenerhalt auch heute wieder einen großen Schritt näher gekommen ist. Weiter geht die Saisonreise in genau einer Woche, wenn der SC Freiburg ebenfalls im späten Sonntagsspiel bei Hannover 96 zu Gast ist.
Dirk Rohde
Stenogramm:
SC Freiburg: Baumann - Schmid, Ginter, Diagne, Sorg - Guedé (72. Reisinger), Makiadi, Flum, Caligiuri - Freis (87. Santini), Dembélé (59. Rosenthal)
TSG 1899 Hoffenheim: Starke - Beck, Vestergaard, Compper, Johnson - Rudy, Williams - Vukcevic, Salihovic, Roberto Firmino (48. Babel) - Schipplock (78. Mlapa)
Gelbe Karten: Dembélé / Rudy
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Obrasbach)
Zuschauer: 23.500










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so ischer halt gell
18.04.2012 - 18:31
Cooler Trainer
Glücksklee > An einen Freund senden
DAS ist
17.04.2012 - 17:13
Prima. In Hannover am So volle Konzentration, weniger auf den Sa schauen.
Nordbaden 2 > An einen Freund senden