Presseerklärung von Stadt und SC
Nächster Schritt auf dem Weg zur Standortentscheidung für SC-Stadion:

Situation nach Umbau des MAGE SOLAR Stadions
Studie zum Totalumbau zu einem neuen Stadion am alten Standort:
Die Studie der Herbolzheimer Firma Freyler zum Umbau des MAGE SOLAR Stadion hat der Vorstand des Sport-Club jetzt dem Bürgermeisteramt vorgestellt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass auf dem Areal an der Schwarzwaldstraße das heutige Stadion schrittweise umgebaut werden kann. Das Konzept sieht vor, die heutigen Tribünen vollständig abzubrechen und durch Neubauten zu ersetzen sowie durch „Eckverbindungen" ein rundum durch Zuschauertribünen mit durchgängig zwei Rängen geschlossenes Stadion zu schaffen. Damit verbunden ist auch die Verlegung der Funktionsräume mit Geschäftsstelle und der Verwaltung , die heute nördlich an die Haupttribüne anschließen. Sie sollen - ebenso wie Umkleiden für Heim- und Gastmannschaft, Sanitär- und Schiedsrichterräume in die neue Haupttribüne integriert bzw rückwärtig angeordnet werden.
Für die künftige neue Haupttribüne (Westseite) schlägt die Freyler-Studie auch den Einbau von mindestens sechs Sponsoren-Logen (technisch möglich: bis zu 18) vor, um die Wirtschaftlichkeit und Attraktivität des Stadions für den Verein nachhaltig zu verbessern. Derzeit ist das MAGE SOLAR Stadion die einzige Spielstätte eines Erstligisten, die keine Sponsoren-Logen oder vergleichbare Einrichtungen anbieten kann.
Zu den gravierenden Veränderungen gehört auch die Verlängerung des Spielfelds um knapp 5 Meter. Mit heute 100,5 Metern zwischen den Torlinien entspricht das Spielfeld seit mehreren Jahren nicht mehr den Anforderungen der Deutschen Fußballliga (DFL) und internationaler Wettbewerbe, weshalb der Spielbetrieb in der 1. Bundesliga auf der Basis einer jährlich neu erteilten Ausnahmegenehmigung der DFL stattfindet. Um das Spielfeld auf das vorgeschriebene Maß zu verlängern, das Gefälle von rund einem Meter Höhenunterschied zwischen der Süd- und der Nordtribüne zu nivellieren und mehr Platz für Kamerapositionen zu schaffen, schlägt die Studie den Neubau der künftigen Nordtribüne um 17 Meter in Richtung Dreisam versetzt vor.
In der künftig durchgängig gleichen Höhe der umlaufenden Tribüne mit Unter- und Oberrängen orientiert sich der Vorschlag der Fa. Freyler am Dach der heutigen Osttribüne. Die Platzkapazität eines neuen Stadions am alten Standort würde an die Obergrenze von 25.000 stoßen, die nach einem Vergleich mit den Anliegern aus dem Jahr 1999 definiert ist. Aktuell weist das MAGE SOLAR Stadion eine Kapazität von 24.000 Plätzen aus; gegenüber der letzten Ausbaustufe sind bereits mehrere hundert Plätze für Kamerapositionen, eine Videowand und aus Sicherheitsgründen verloren gegangen.
Schließlich sieht der Vorschlag auch den Bau eines Parkdecks mit rund 700 Stellplätzen hinter der Haupttribüne vor, womit die heutige Kapazität an Stellplätzen in unmittelbarer Stadionnähe mehr als verdoppelt werden könnte. Dafür soll der heutige Parkplatz mit zwei Ebenen vollständig überbaut werden. Der vorhandene Trainingsplatz bleibt unverändert.
Das Konzept der Fa. Freyler sieht einen Umbau bei laufendem Spielbetrieb mit der Maßgabe vor, durchgängig während der Umbauphase ca. 18.000 Plätze verfügbar zu halten. Dies bedeutet, dass der Abbruch und Neubau in Abschnitten stattfinden müssten und Veränderungen am Spielfeld (Verlängerung und Begradigung) nur in der Spielpause zwischen Mai und August möglich wären. Der Vorschlag geht deshalb von einer Realisierung aus, die sich über ca. 11 Jahre erstrecken würde, indem die Tribünen in Bauabschnitten jeweils zur Hälfte demontiert und durch Neubauten ersetzt, sowie an den vier Ecken miteinander verbunden werden. Diese lange Bauphase ließe sich nur verkürzen, wenn vorübergehend auf mehr als 6000 Plätze verzichtet wird.
Nach vorläufiger Berechnung erfordert der Neubau am alten Standort Investitionen von rund 53 Millionen Euro. Ein alternativer Vorschlag, der zum einen auf den Neubau der Osttribüne sowie Teile der Süd-tribüne verzichtet, wird auf ca. 37 Millionen Euro kalkuliert, bei einer geschätzten Bauzeit von ca. 8 Jahren.
Mit dem Vorschlag der Fa. Freyler liegt ein erster Entwurf für eine Neubaulösung am alten Standort vor, die einen Vergleich mit den Neubaustandorten erlaubt. Dazu soll der Standort „Hirschmatten" herangezogen werden, da bei diesem Standort neben dem Stadion auch das Trainingsgelände sowie die Geschäftsstelle untergebracht werden kann. Unabhängig davon bleibt es aus Sicht von Stadt und SC Freiburg auch „Hettlinger" eine Standortoption für einen Neubau.

Standorte für einen Stadion-Neubau
Option: Neuer Standort „Hirschmatten":
„Hirschmatten" ist ein Standort zwischen Lehen und Rieselfeld, außerhalb des Naturschutzgebietes parallel zum Autobahnzubringer Mitte und südlich der Ausfahrt Lehen/Mundenhof - vielen Freiburgerinnen und Freiburgern bekannt durch den „Lehener Sender". Die zur Hälfte in Privatbesitz stehenden landwirtschaftlichen Flächen sind in ihrem Zuschnitt ausreichend für Stadion, Trainingsplätze und Parkplätze; für den Individualverkehr sind sie durch die Ausfahrt Lehen (Richtung Mundenhof) im Norden, sowie den Knotenpunkt Auto-bahnzubringer/Besanconallee bzw. Paduaallee erschlossen. Für den öffentlichen Nahverkehr empfehlen die Gutachter eine Verlängerung der Stadtbahn Rieselfeld bis in die Nähe des Areals. Fraglich sind mögliche Beschränkungen des Standorts, wenn der unmittelbar nördlich benachbarte Sendemast an diesem Standort verbleiben sollte.
Option: Neuer Standort „Hettlinger":
Der Standort „Hettlinger" im Stadtteil Brühl-Beurbarung ist (ebenso wie „Hirschmatten") das Ergebnis der Standortuntersuchung durch das Büro Albert Speer + Partner vom Sommer 2011. Die Fläche im rückwärtigen Bereich der Messe Freiburg an der Hermann-Mitsch-Straße liegt östlich vom Betriebshof St. Gabriel und wird durch die „Rollende Landstraße" sowie die Liebigstraße begrenzt. Das Areal ist überwiegend als Kleingartenanlage genutzt. Die Fläche würde nach Bewertung der Gutachter lediglich Platz für ein reines Stadion plus ca. 1000 Parkplätze bieten, aber über eine gute Erschließung und einen nahezu optimalen ÖPNV-Anschluss verfügen. Als weiterer Parkraum könnten die Flächen der Messe genutzt werden. Dies bedeutet: Trainingsplätze und sonstige Flächen für den Spielbetrieb des SC müssten an anderer Stelle geschaffen oder am derzeitigen Standort erhalten bleiben.
Für beide Optionen liegen noch keine belastbaren Zahlen und Daten zum Investitionsaufwand, zu den Kosten der Verkehrserschließung wie eine mögliche Stadtbahnverlängerung im Rieselfeld, zum betrieblichen Aufwand usw. vor. Sie sollen durch die jetzt vorgeschlagene Untersuchung eines externen Gutachters erhoben und mit der Option eines Neubaus am alten Standort bewertet werden.
Mit der jetzt geplanten Untersuchung erwarten der Vorstand des Sport-Club Freiburg und das Bürgermeisteramt belastbare Aussagen und Entscheidungshilfen für eine endgültige Festlegung, an welchem Standort, in welcher Größe, mit welcher Finanzierung und in welcher Betriebsform ein neues Stadion gebaut werden kann. Deshalb soll das externe Gutachten Antworten auf folgende Fragestellungen geben:
• Standort, Größe, Zuschauerkapazität, verkehrliche Erschlie-ßung, städtebauliche Integration
• Aufwand für bauliche und verkehrliche Investitionen, Folgekosten, Finanzierungs- und Betreibermodell
• Wirtschaftlichkeit und Vermarktungschancen
• Künftige Nutzung und Vermarktung des (bei einem neuen Standort freiwerdenden) Areals des MAGE SOLAR Stadion an der Schwarzwaldstraße
• Dauerhafter Nutzen eines Stadionneubau für den SC Freiburg und die sportliche Infrastruktur der Stadt Freiburg
Vorbehaltlich der Entscheidung des Gemeinderats und der Gremien des Sport-Club sollen umgehend Gespräche mit geeigneten externen Gutachtern aufgenommen und der Untersuchungsauftrag im Detail definiert werden. Ergebnisse werden für die zweite Jahreshälfte erwartet. Der Auftrag soll gemeinsam von Stadt und Verein vergeben werden. SC-Vorstand und Bürgermeisteramt schlagen vor, dass die Kosten der Untersuchung zu zwei Dritteln vom Sport-Club und zu einem Drittel von der Stadt Freiburg getragen werden.










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