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Torlos auf Platz fünf geklettert

Die Fußballerinnen des SC Freiburg haben sich am zwölften Spieltag der Frauen-Bundesliga 0:0 vom SC 07 Bad Neuenahr getrennt. Das torlose Remis gegen die Kurstädterinnen war das zweite 0:0 in sieben Tagen für die SC-Frauen, nachdem es bereits am vergangenen Sonntag gegen den FF USV Jena keine Tore im Möslestadion gegeben hatte. Durch das dritte Unentschieden der Saison haben sich die Freiburgerinnen als stärkster Aufsteiger mit 18 Punkten auf den fünften Tabellenplatz vorgeschoben, während die Gäste mit 15 Zählern als Tabellen-Siebter in die Winterpause gehen.

Die SC-Frauen, hier Lydia Miraoui, haben in der Bundesliga die Balance gefunden (Foto: A. Keller).

Torlose Begegnungen rufen gemischte Gefühle hervor und lassen reichlich Interpretationsspielraum. Wie die Begegnung des ersten Rückrundenspieltages der Frauenfußball-Bundesliga zwischen dem SC Freiburg und dem SC 07 Bad Neuenahr, die mit einem 0:0-Remis endete. Die 282 Zuschauer im Möslestadion sahen eine Partie, in der beide Mannschaften mit hoher Disziplin und Taktik-Treue agierten. „Das war heute sicherlich ein spannendes Spiel", konstatierte Bad Neuenahrs Trainer Colin Bell nach Spielschluss, blickte zu seinem Freiburger Trainerkollegen Milorad Pilipovic hinüber und ergänzte etwas verschmitzt: „Vielleicht nicht unbedingt für die meisten Zuschauer, aber für uns Trainer." Bell hatte seine Elf auf das Kombinationsspiel des Sport-Club sehr gut eingestellt. Die Gäste-Defensive ließ wenig zu, agierte kompakt und aggressiv gegen den Ball, so dass der 50-Jährige zufrieden bemerken konnte, dass „wir ordentlich in das Spiel reingekommen sind und unsere Chancen gehabt haben".

 

Die größte Gelegenheit vergab die deutsche Nationalspielern Celia Okoyino da Mbabi. In der sechsten Minute nahm die 23-Jährige einen Pass von Katie Cherie Hoyle auf, zog in den Strafraum, scheiterte aber an der herauseilenden SC-Torhüterin Marisa Brunner. Den Abpraller wollte Hoyle sofort aufs Tor bringen, ihr Schuss wurde aber von der Freiburger Defensive abgeblockt. Es dauerte ungefähr zehn Minuten bis der Sport-Club sich das erste Mal gefährlich vor das Gehäuse von Bad Neuenahrs Torhüterin Almuth Schult kombinierte. Melanie Leupolz sezierte die Gäste-Viererkette mit einem feinen Pass in die Schnittstelle, aber Hasret Kayikci verlor den entscheidenden Zweikampf am Fünfmeterraum gegen Laura Störzel, die den Ball weggrätschte (10.). Die Gäste blieben in der Anfangsphase aber etwas gefährlicher, konnten sich aber auch nicht entscheidend durchsetzen. Störzels Freistoß aus dem Halbfeld (13.), Sara Doorsoun-Khajehs Schuss (15.) oder Okoyino da Mbabis abgefälschte Flanke (17.) stellten Brunner vor keine nennenswerten Probleme.

 

Zwar geriet Lydia Miraouis Schuss aus 20 Metern viel zu harmlos (20.), er entwickelte aber einen willkommenen Hallo-wach-Effekt für die Gastgeberinnen. „Ab der 20. Minute haben wir uns etwas befreien können und haben angefangen Fußball zu spielen", befand Pilipovic, der seine Elf im Vergleich zum 0:0 am vergangenen Sonntag gegen den FF USV Jena lediglich auf einer Position verändert und der 16-jährigen Sonja Giraud, die für Anja Maike Hegenauer von Beginn an spielte, zu ihrem Bundesliga-Debüt verholfen hatte. Es dauerte aber bis zur 32. Minute ehe die SC-Spielerinnen aus ihrer Überlegenheit auch Torgefahr werden ließen. Leupolz schickte eine Melange aus Heber und Torschuss aus 22 Metern Richtung Tor, aber Schult hatte aufgepasst und lenkte den Ball über die Latte. Aus dem folgenden Eckstoß entstand die größte Chance der ersten Hälfte. SC-Kapitänin Kerstin Boschert nahm den abgewehrten Eckball an, schaute kurz hoch und schoss den Ball ins lange Eck, aber Schult passte erneut gut auf und drehte den Ball um den Pfosten (33.). Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit spielten sich zwischen den Strafräumen ab, vorwiegend aber um den Gäste-Strafraum herum, was aber kaum zu Torchancen oder gar Torraumszenen führte. Kurz vor der Halbzeit versuchte es Kayikci nochmal aus 22 Metern, aber ihr Schuss landete neben dem Tor (44.).

 

Zur zweiten Halbzeit brachte Pilipovic Marina Makanza für Giraud, um „in der Vorwärtsbewegung den Druck etwas zu erhöhen". Was sich gut anließ. Mit ihrer ersten Aktion preschte die Französin auf der linken Seite Richtung Grundlinie, aber ihre Flanke landete in Schults Händen (46.). Im Gegenzug zog wiederum Doorsoun-Khajeh nach innen, schaffte es bis zum Fünfmeterraum, aber ihr Linksschuss landete neben dem Tor (47.). Auch in der 51. Minute war die 20-Jährige Ausgangsstation für die nachfolgende Torgefahr, zog die linke Bahn entlang, dann wieder nach innen, steckte zu Okoyino da Mbabi durch, deren Drehschuss aber in Brunners Fängen fest verwahrt wurde. In der Folgezeit war wieder Mittelfeld-Fußball Trumpf, beide Mannschaften neutralisierten sich in der Mitte des Spielfeldraumes, aber der Sport-Club konnte seine langen Ballbesitzzeiten und Bad Neuenahr seine Kontergelegenheiten nicht in Torgefahr ummünzen. Lediglich ein Volleyschuss von Kayikci (57.) und ein beherztes Solo von Leupolz mit einem Torabschluss, der neben dem Gäste-Tor landete, hielten die Hoffnungen auf das erste Tor des Spiels aufrecht.

 

Ein Tor, das wohl das Spiel entschieden hätte, wie beide Trainer nach dem Spiel unisono erklärten. „Wer heute das erste Tor gemacht hätte, wäre als Sieger vom Platz gegangen", bemühte Bell den Konjunktiv in seiner Spielanalyse. Pilipovic zeigte sich ebenfalls überzeugt, dass „ein einziges Tor das Spiel heute entschieden hätte". Dieses ominöse Tor hatte Okoyino da Mbabi auf dem Fuß, als sie am Strafraum mit zwei Körpertäuschungen die SC-Defensive ins Leere laufen ließ, aber ihr Linksschuss ging ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei (88.). Die letzten vielversprechenden Angriffe der Partie fuhr dann der Sport-Club. Erst verpasste die eingewechselte Isabelle Meyer eine Kopfball-Verlängerung von Stéphanie Wendlinger am zweiten Pfosten um die wenigen Zentimeter, die Okoyino da Mbabis Schuss zuvor am Pfosten vorbeigerauscht war (89.) und dann kam die Schweizerin einen Schritt zu spät, um eine Leupolz-Flanke in Richtung Tor zu bugsieren (90.). Anschließend pfiff Schiedsrichterin Angelika Söder die Partie ab und entließ beide Mannschaften und Trainer sowie die Zuschauer in die Winterpause.

 

Niklas Ziegler

 

 

Stimmen zum Spiel:

 

Colin Bell (Trainer SC 07 Bad Neuenahr): „Der SC Freiburg ist eine Mannschaft, die ich zwar sehr gerne anschaue, gegen die ich aber nicht gerne spiele. Meine Mannschaft hat es heute gegen einen technisch sehr starken Gegner sehr gut gemacht. Wir haben die Räume zugestellt und die gepflegte Spielweise der Freiburgerinnen kaum zur Geltung kommen lassen. Wir sind ordentlich in das Spiel reingekommen, haben unsere Chancen gehabt, aber mit zunehmender Spieldauer hat Freiburg das Spiel bestimmt, so dass ich froh war, dass es zur Halbzeit noch 0:0 stand. In der zweiten Halbzeit hatten wir wieder viele gute Ansätze, die wir aber zu selten zu Ende gespielt haben, obwohl wir einige gute Angriffe gefahren haben. Weil der SC aber auch immer gefährlich geblieben ist, nehme ich das heutige 0:0 als einen Punktgewinn für uns mit in die Winterpause. Nach einer sehr, sehr harten Hinrunde mit einem schwierigen Saisonstart gehen wir mit 15 Punkten in die Winterpause, womit ich zufrieden bin."

 

Milorad Pilipovic (Trainer SC Freiburg): „Unser Gegner hat heute aufgrund einer sehr stabilen und disziplinierten Leistung einen verdienten Punkt geholt. In einigen Situationen habe ich heute bei meiner Mannschaft das spielerische Element vermisst. Wir hatten heute wieder Probleme damit, uns in entscheidenden Situationen durchzusetzen und den für eine Heimmannschaft typischen Druck auf den Gegner aufzubauen. Dennoch haben wir mit 18 Punkten aus zwölf Spielen für einen Aufsteiger ein hervorragendes Ergebnis zum Jahresende eingefahren. Wir überwintern als fünftbeste Mannschaft der Frauen-Bundesliga, damit können wir sehr zufrieden sein."

 

 

Stenogramm:


SC Freiburg: Brunner - Boschert, Zirnstein, Abbé, Wendlinger - Leupolz, Maier - Giraud (46. Makanza), Miraoui (64. Meyer), Sainio (76. Hegenauer) - Kayikci

SC 07 Bad Neuenahr: Schult - Maier, Störzel, Kuznik, Schröder - Nadine Rolser - Gregorius (65. Nicole Rolser), Petzelberger, Hoyle, Doorsoun-Khajeh (89. Nati) - Okoyino da Mbabi

Schiedsrichterin: Söder (Schwarzenbruck)

Gelbe Karten: Maier / -
Zuschauer: 282

 

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