Yacine Abdessadki im Gespräch
"An die gute Zeit anknüpfen"

Alter Bekannter im neuen SC-Dress: Yacine Abdessadki unterschrieb erneut beim SC (Foto: M. Heuberger).
scfreiburg.com: Herr Abdessadki, kennen Sie das Beatles-Stück „Hello Goodbye"? Für Sie könnte man den Titel umdrehen ...
Yacine Abdessadki: „Au revoir, revenir, ja ..."
scfreiburg.com: Sie sind nach der letzten Saison und nach zwei Jahren beim SC Freiburg gegangen, jetzt sind Sie wieder zurück, wie kam es dazu?
Abdessadki: Als ich gegangen bin, war das schon definitiv. Aber manchmal gibt es Dinge im Leben, die führen zu bestimmten Entscheidungen. Ich habe keinen Verein gefunden, der mir zugesagt hat. Dann hat mich Johnny (Jonathan Jäger, Anm. d. Red.) mit dem ich gut befreundet bin, zum Spiel gegen St. Pauli eingeladen, ohne dass es bis dahin Kontakt zum Verein gab. Das kam erst danach und zunächst wollte ich nur mittrainieren, um mich fit zu halten. Wenig später hat man mir dann einen Vertrag angeboten und ich habe unterschrieben. Ich habe beim SC eine sehr gute Zeit erlebt, bin Meister in der zweiten Liga geworden und letztes Jahr haben wir den Klassenerhalt geschafft. Das war eine gute Zeit, daran möchte ich jetzt anknüpften.
scfreiburg.com: Kaum wurden Sie als „Neuzugang" gemeldet, haben Sie in Nürnberg auch gleich gespielt. Waren Sie selbst überrascht?
Abdessadki: Ein bisschen schon. Zumal ich fast vier Monate nicht mehr gespielt hatte.
scfreiburg.com: Trotzdem haben Sie nicht den Eindruck gemacht, als müssten Sie noch eine Vorbereitung nachholen - wie haben Sie sich fit gehalten?
Abdessadki: Ich habe viel für mich selber gemacht. Viel trainiert, um zum einen physisch, aber auch mental auf der Höhe zu bleiben. Die Komplexität des Spiels kann man natürlich alleine nicht trainieren. Aber ich habe hart gearbeitet, denn ich wollte in einer guten Verfassung sein, falls ich erst spät einen Klub finden würde. Ich bin seit zehn, zwölf Jahren Profi kenne meinen Körper und weiß, was ich brauche, um fit zu bleiben. Ich habe versucht, meinen Rhythmus beizubehalten, bin früh aufgestanden und habe mich auch an Dinge erinnert, die wir hier im Training Fitnessbereich gemacht haben. Ganz wichtig ist auch die mentale Stärke, um durch so einen schwierigen Moment im Leben durchzugehen. Aber das Mentale, es irgendwann wieder zu packen und erfolgreich zu sein, ist auch eine Stärke von mir.
scfreiburg.com: Wie war denn die Stimmung in der Mannschaft nach dem Spiel gegen St. Pauli?
Abdessadki: Unmittelbar nach dem Spiel, als ich noch vorbeigeschaut habe, war die Mannschaft schon sehr niedergeschlagen. Ich persönlich habe mich gefreut, dass ich gleich wieder sehr freundschaftlich empfangen wurde. Aber für die Leistung auf dem Platz gab es noch keine Erklärung. Als Profimannschaft verlernst du das Fußballspielen ja nicht von heute auf morgen. Vielleicht hat es auch diesen Schock gebraucht, um neue Kräfte freizusetzen ...

Glücklich nach dem Sieg in Nürnberg: Yacine Abdessadki (M.) mit Jonathan Jäger (li.) und Daniel Williams (re., Foto: Heuberger).
scfreiburg.com: ... und beim 1. FC Nürnberg gleich mit dem ersten Auswärtssieg zu antworten. Wie haben Sie das Spiel erlebt?
Abdessadki: Die Mannschaft hat in diesem Spiel schon eine andere Mentalität gezeigt, obwohl es sicherlich kein super Spiel von uns war und wir am Anfang ein blödes Tor bekommen haben. Wir haben uns aber dagegen gestemmt, haben ausgeglichen und schließlich das 2:1 gemacht - mental war das wieder ein großer Schritt nach vorne. Man kann auch nicht von einem auf den anderen Tag wieder perfekt spielen, aber wir wollten diesmal unbedingt das umsetzen, was uns der Trainer gesagt hat. Jetzt müssen wir dranbleiben, von Tag zu Tag hart arbeiten, damit wir wirklich wieder gut miteinander funktionieren und harmonieren, und um am Ende noch besser zu sein als in der letzten Saison.
scfreiburg.com: Robin Dutt hat in Nürnberg nach einer halben Stunde auf ein 4-4-2-System umgestellt. Glauben Sie, dass das von entscheidender Bedeutung für den weiteren Spielverlauf war?
Abdessadki: Es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung des Trainers. Für den Spieler, der raus muss, ist es natürlich immer schade, für den, der rein kommt, ist es eine Chance. Und Stefan (Stefan Reisinger, Anm. d. Red.) hat ja dann auch bald den Elfmeter herausgeholt. Es zeigt aber vor allem, dass man immer bereit sein muss. Als Stammspieler, um deinen Platz zu behaupten, als Einwechselspieler, um deine Chance zu nutzen. Man spielt nicht mit elf Stammspielern und sechs Ergänzungsspielern, sondern als Kollektiv. Jeder muss stets bereit sein, um entscheidend zu helfen. Auch das hat das Spiel gezeigt, dass man als Kollektiv gewinnt, über die ersten Elf hinaus.
scfreiburg.com: Es gibt einen interessanten Statistikwert aus diesem Spiel. Der Freiburger Spieler mit den meisten Ballkontakten war ...
Abdessadki: ... Simon Pouplin, unser Torwart, ich weiß. Das ist sicher nicht ganz normal, aber Nürnberg hat uns zu Beginn sehr zurückgedrängt, wir mussten viel verteidigen, hatten weniger Ballbesitz als Nürnberg und da war Simon auch sehr gefordert. Aber im nächsten Spiel wollen wir versuchen, das wieder umzudrehen.
scfreiburg.com: Sie hätten den Tag fast zum perfekten Comeback machen können, als Sie selbst kurz vor Schluss die endgültige Entscheidung verpasst haben.
Abdessadki: Ja, ich war rechtzeitig gestartet, Johnny hat sehr gut geflankt und ich habe eigentlich auch gut geschossen, aber Raphael Schäfer hat sehr gut antizipiert und mit den Händen abgewehrt. Der Ball hätte genauso gut unter seinen Armen hindurch ins Tor gehen können. Nächstes Mal dann ...
scfreiburg.com: Ein wichtiger Sieg war es aber allemal, gleich nach der Niederlage zum Auftakt?
Abdessadki: Es ist immer schwierig, wenn man gegen Mannschaften wie St. Pauli verliert, von denen man vorher denkt, dass man sie schlagen sollte, weil sie zu den unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt oder zu den Teams auf Augenhöhe zählen. Das haben wir mit dem Sieg in Nürnberg wieder gut gemacht, von daher fangen wir jetzt wieder ein bisschen bei Null an. Trotzdem dürfen wir uns darauf nicht ausruhen und müssen von Woche zu Woche weiter hart arbeiten.
Yacine Abdessadki (Mitte) beim Training mit Daniel Caligiuri (links) und Neuzugang Kisho Yano (Foto: A. Keller).
scfreiburg.com: Jetzt haben Sie zwei Wochen Zeit vor dem Spiel gegen Stuttgart. Was glauben Sie, woran die Mannschaft bis dahin vor allem arbeiten sollte?
Abdessadki: Ich glaube, uns allen tut diese Pause gut. Wir können noch einmal Schwächen bearbeiten und Fehler ausgleichen. Ich denke, unser Zweikampfverhalten und das Spiel bei eigenem Ballbesitz können wir weiter verbessern. Auch das Testspiel in Bern ist wichtig, um unsere Automatismen zu intensivieren.
scfreiburg.com: Nach Zvonko Pamic, Maximilian Nicu und Jan Rosenthal sind zuletzt mit Ihnen, mit dem Japaner Kisho Yano und mit Anton Putsilo noch einmal drei Spieler verpflichtet worden. Glauben Sie, das Team ist stärker als in der vergangenen Saison?
Abdessadki: Um das zu beurteilen, war die Zeit noch zu kurz. Aber wenn der SC Freiburg diese Spieler verpflichtet, werden sie ihre Qualitäten besitzen. Was ich bis jetzt wahrnehmen konnte, ist äußerst positiv.
scfreiburg.com: Zum nächsten Spiel kommt der VfB Stuttgart. Für die Fans ist dies vor allem das Derby, ist das für die Mannschaft auch ein besonderes Spiel?
Abdessadki: Ich glaube, das ist überall das selbe, egal ob in Deutschland oder in Frankreich. Ein Derby ist ein Derby. Oft ist das für die Region und die Fans vielleicht noch spezieller, als für die Spieler selber, aber wir respektieren das natürlich, auch weil wir im Stadion die besondere Atmosphäre erleben. Und dem wollen wir natürlich auch entsprechen und auf dem Platz alles geben und noch mehr kämpfen als sonst. Auch da haben wir zwei Wochen Zeit, um uns darauf vorzubereiten.
scfreiburg.com: Stuttgart ist mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet. Macht das die Aufgabe leichter oder schwerer?
Abdessadki: Auch für die Stuttgarter ist es ein Derby, sie werden genauso alles geben wollen wie wir. Außerdem denke ich, dass sie alles dafür tun wollen, um die ersten beiden Spiele vergessen zu machen. Der VfB Stuttgart ist eine Top-Mannschaft, die sich für die Europa League qualifiziert hat. Solche Überlegungen dürfen wir gar nicht anstellen, wir müssen uns auf uns konzentrieren. Vor allem darauf, im nächsten Spiel unsere bestmögliche Leistung abzurufen.
Interview: Dirk Rohde, mit freundlicher Übersetzungshilfe von Stefanie von Mertens









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ja, die Eier
02.09.2010 - 10:52
Genauso sehe ich das auch. Yacine ist ein Spieler, der auf dem Platz den absoluten Willen darstellt. Zu Finkes Zeiten haben solche Typen gefehlt. Freue mich, dass er wieder da ist!!!!
Joe > An einen Freund senden
Eier
02.09.2010 - 08:51
Er ist ein Spieler ,der etwas agressiver zu Werke geht und Flagge zeigen kann .... Manchmal muss einer die Mannschaft durch energisches Auftreten wachrütteln und mitziehen z.B. in Situationen wo der Kahn sagte "wir brauchen Eier" ;-)
So einen Karakter braucht jedes Team in seinen Reihen ...
Vom Spielerischen her ,gibts es andere Spieler ,bei denen ich mir eher einen Abschied vorstellen könnte als beim Yacine ...
Die Entscheidung ,ihn zurückzuholen ,kann man durchaus vertreten .Ich hatte das Glück ,ihm die Hand geben zu dürfen ,auf der Haupttribüne ,gegen Pauli .... seine Anwesenheit hat mich schon gewundert .... jetzt nicht mehr ;-)
allias > An einen Freund senden
Yacine welcome back
01.09.2010 - 23:56
Eine wirklich tolle Entscheidung vom SC und Yacine das Rad noch einmal zurückzudrehen und eine Fehlentscheidung zu korrigieren. Ich halte Yacine aufgrund seiner Schnelligkeit und Kreativität (auch mal Dinge zu machen, die für den Gegner nicht zu berechnen sind) zu den Spielern die wir dringend benötigen. Zusammen mit Jäger, Cisse, Rosenthal und unserem Japanimport wird endlich mal da vorne das Tempo wieder angezogen! Wenn Yacine manchmal blass blieb lag es seltener an ihm selbst, als an dem zögerlich nachrückenden SC Mittelfeld und den somit fehlenden Anspielstationen. Aber mit genannten Spielern sollte unser Angriff endlich wieder ins Rollen kommen :-)
strafraum-melan... > An einen Freund senden
ich freue mich auch über den neuzu(rück)gang!
01.09.2010 - 13:11
er spricht (wie eigentlich alle spieler des sc) sehr nett, reflektiert, realistisch, intelligent... für mich gehört er (bei entsprechender trainingsleistung) klar in die erste elf.
noch eine anregung an den sc (aufgrund der gar nicht mehr so neuen, nervigen transfermodalitäten): macht doch jetzt, irgendwann im september (wenn putsilo da ist) noch mal ein neues schönes, "stimmiges" mannschaftsfoto - wenn möglich mit leicht modifizierten trikots (der ehrmann-aufdruck ist immer noch nicht ci-konform und hässlich)!
axikaxi > An einen Freund senden
finde ihn auch gut
01.09.2010 - 11:43
leider zeigt er seine ganze Klasse viel zu selten wirklich auf dem Platz, aber auch technisch ist er großartig, kämpferisch sowieso und läuferisch offensichtlich der Beste!!
HG > An einen Freund senden
Psssst......
01.09.2010 - 08:36
......bin schon ein mittelgrosser Fan von Abdessadki.
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Ich persönlich finde den (Neuzugang) klasse.
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Gruss...
Ernie > An einen Freund senden
Bienvenu, Monsieur.
01.09.2010 - 02:52
Il est un joueur formidable qui court beaucoup et qui a de la jugeotte. Ce qui me plaît beaucoup, c'est le fait qu'il lutte pour l'équipe d'une manière speciale. C'est-à-dire qu'il arrive à guider le match sans trop attirer l'attention de l'adversaire.
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Abdessadki ist einfach ein klasse Spieler. Er rennt sehr viel und hat Köpfchen. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass er auf besondere Weise für die Mannschaft spielt. Er schafft es, das Spiel zu führen, ohne dabei die Aufmerksamkeit des Gegners zu sehr auf sich zu lenken, sodass das Spiel zu leicht zu durchschauen wäre.
dreisamrebel > An einen Freund senden
welcome back
01.09.2010 - 00:07
ich freu mich immernoch wie bolle, dass er wieder da ist.
Mit Johnny Jäger zusammen find ich den yacine wirklich klasse. ein kämpfer durch und durch!
plan > An einen Freund senden