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Heiko Butscher im Gespräch

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"Die Situation annehmen"

Heiko Butscher hat schon einfachere Zeiten als Kapitän des SC Freiburg erlebt. Nach dem 1:2 vergangenen Samstag gegen Hannover 96 ist er mit seiner Mannschaft zum ersten Mal in dieser Bundesliga-Saison auf einen Abstiegsplatz gerutscht, und jetzt geht es zum FC Bayern München. Im Interview mit scfreiburg.com erzählt der 29-Jährige wie er Negativerlebnisse verarbeitet, was ihm Mut im Abstiegskampf macht und wie man gegen Ribéry und Robben vorgehen muss.

"Chancenlos ist man nie" - Heiko Butscher nimmt es mit den Bremern Özil (Nr. 11) und Jensen auf. (Foto: M. Heuberger)

scfreiburg.com: Herr Butscher, gönnen Sie uns einen kurzen Blick in ihr Seelenleben: Liegt ihnen das 1:2 gegen Hannover noch arg auf dem Gemüt?
Heiko Butscher: So langsam muss das Spiel abgeschlossen sein, man hat sich ja schnell auf das nächste zu konzentrieren. Aber weil sie in einem ganz wichtigen Spiel für uns passiert ist, hat diese Niederlage schon längere Nachwirkungen gehabt, keine Frage. Mit einem Sieg hätten wir uns von den Abstiegsrängen etwas distanzieren können, so sind wir hinein gerutscht.

 

scfreiburg.com: Macht ein Blick auf den Spielverlauf die Sache noch schlimmer? Die Chancen, die ihre Mannschaft gegen Hannover hatte, hätten für einen Erfolg ja eigentlich reichen müssen.
Butscher: Das stimmt zwar, aber es ist müßig, einmal vergebenen Chancen ewig hinterher zu trauern. Es geht weiter, wir sind noch lange nicht abgestiegen, und in den verbleibenden neun Spielen müssen wir immer über die volle Distanz konzentriert bleiben und unsere Möglichkeiten natürlich dann auch nutzen.

 

scfreiburg.com: Wie schläft man nach so einer Niederlage? Wälzt man sich hin und her, schreckt womöglich schweißgebadet hoch, nachdem einem vorm inneren Auge wiederholt die Szene erschienen ist, wie dem armen Kollegen Cissé der Ball über den linken Fuß am leeren Tor vorbeiflutscht?
Butscher: Also hochgeschreckt bin ich bisher noch nie, schon gar nicht schweißgebadet. Aber die Nacht nach so einem Spiel kann schon sehr schlimm sein. Man ist zwar körperlich müde von den Anstrengungen, kann aber nur ganz schlecht einschlafen, weil das Spiel im Kopf quasi nochmal komplett stattfindet. Und den Mannschaftskollegen siehst du am nächsten Morgen an, dass es ihnen ähnlich ergangen ist.

 

scfreiburg.com: Überprüft man sich gedanklich für jede Szene der Partie, an der man beteiligt war?
Butscher: Ich persönlich schon. Wo hat man was gut, wo hat man was schlecht gelöst. Zu viel grübeln ist zwar schlecht, aber es ist bis zu einem gewissen Grad einfach notwendig, dass man sich und seine eigene Leistung kritisch hinterfragt.

 

scfreiburg.com: Ihrem Teamkollegen Papiss Cissé dürfte nach vielen vergeben Chancen und einem Eigentor wohl einiges nicht so schnell aus dem Kopf gehen; schon mal erlebt, dass jemand in einer Partie komprimiert so viel Pech hat?
Butscher: Das war schon extrem, aber ich hoffe, dass er gegen Hannover einfach alles Pech aufgebraucht hat, dann macht er die Dinger in den nächsten Spielen wieder rein. Da kann man ihn hinterher eigentlich nur in den Arm nehmen und versuchen, ihm Mut zu machen.

 

scfreiburg.com: Und was macht aus dem Spiel insgesamt Mut?
Butscher: Wir hatten uns vorgenommen, in der defensiven Grundordnung gut zu stehen, und tatsächlich hatte Hannover wenig Torchancen Hannover. Ich weiß, dass das nach einem 1:2 zuhause vielleicht blöd klingt, aber das darf man festhalten.

 

scfreiburg.com: Es gibt da eine Fußballerweisheit, die in der aktuellen Freiburger Situation ganz gut zu greifen scheint: "Wenn man unten drinsteht ...
Butscher: ... kommt auch noch Pech dazu." Ja, das passt im Moment. Aber du musst dich dagegen wehren, jeden Tag im Training hart und mit höchster Konzentration arbeiten und die Bälle vor dem Tor unbedingt reinmachen wollen. Irgendwann wird man dann wieder belohnt, das ist einfach so.

Heiko Butscher (rechts) akrobatisch im Zweikampf gegen den Dortmunder Nuri Sahin. (Foto: P. Seeger)

scfreiburg.com: Und wie geht's jetzt weiter? Zum ersten Mal in dieser Saison steht der SC auf einem Abstiegsplatz ...
Butscher: Das muss ich kurz korrigieren - wir sind in der Hinrunde als 18. nach Schalke zum Dritten gefahren. Und dass es nach elf sieglosen Spielen hintereinander eng wird nach hinten, ist doch klar. Wir sind jetzt Zweitletzter, und diese neue Situation müssen wir annehmen, wie sie ist.

 

scfreiburg.com: Kann es auch sein, dass nach der neuen Sachlage ein Ruck durchs Team geht?
Butscher: Der Wille war immer da. Aber jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Wenn jetzt Schluss wäre, wären wir abgestiegen. Und jeder muss jetzt den eigenen Ehrgeiz kitzeln und sich sagen, von diesem Tabellenplatz will ich so schnell wie möglich wieder weg. Wenn das alle im Team machen, dann schaffen wir das auch.

 

scfreiburg.com: Wie schwer ist ihre Kapitänsbinde momentan?
Butscher: Schwerer als wenn es gut liefe natürlich. Aber es war mir vor der Saison klar, dass mehr auf mich zukommen würde als im letzten Jahr, als alles wie von selbst geklappt hat. Jetzt sind wir im Abstiegskampf, da musst du als Kapitän vorangehen. Aber auch wenn es gerade nicht ganz so einfach ist, habe ich trotzdem noch sehr viel Spaß, Kapitän dieser Mannschaft zu sein.

 

scfreiburg.com: Muss der Kapitän in solchen schwierigen Situationen den Psychologen in sich wecken?
Butscher: Ja, aber die Verantwortung in dem Bereich verteilt sich auch auf mehrere Schultern. Der Trainer ist in dem Bereich sehr aktiv, und auch im Mannschaftsrat sind viele erfahrene Spieler, an denen sich die jungen hochziehen können. Wobei es ja auch nicht so ist, dass die Situation den Erfahrenen überhaupt nicht zu schaffen macht. Auch die Älteren brauchen Zuspruch. Das ist ein Gemeinschaftsding, die Mannschaft muss zusammenhalten.

 

scfreiburg.com: Jetzt geht's am Samstag nach München, zu den Bayern ...
Butscher: Wir haben da nichts zu verlieren, die Bayern sind einfach eine absolute Top-Mannnschaft. Klar dürfen wir keine Fehler machen, weil die Bayern dass noch eiskalter bestrafen als die meisten anderen Bundesliga-Teams. Aber wir haben durchaus eine Idee, was wir machen können, um in München zu bestehen. Und von vornherein zu sagen, wir haben eh keine Chance, würde nur dazu führen, dass wir eh keine hätten. Natürlich wird es unheimlich schwer für uns, aber chancenlos ist man nie.

 

scfreiburg.com: Haben Sie sich schon eine Taktik gegen Ribery und Robben zurechtgelegt? Doppeln?? Trippeln??? Quadruppeln????

Butscher: Das ist tatsächlich eine Aufgabe für die komplette Mannschaft. Das sind einfach unglaublich gute Fußballer, die nur zu stoppen sind, wenn zusammengearbeitet wird.

 

scfreiburg.com: Die Bayern spielten gestern Abend in der Champions League in Florenz. Schaut sich die Mannschaft das zusammen an?
Butscher: Einen Fußball-Teamabend gab es gestern nicht, aber man darf davon ausgehen, dass sich jeder dieses Spiel angeschaut hat. Sicher werden wir auch daraus unsere Erkenntnisse fürs Wochenende ziehen. Und wenn das nur fünf Prozent sind, die uns am Samstag weiterhelfen, hat es sich schon gelohnt.

 

Interview: Jakob Böllhoff

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SCF-Bayern

11.03.2010 - 08:58

@ Pluddou:

Du hast vollkommen recht, kann man eigentlich nix hinzufügen!!

Dass die Münchner klarer Favorit sind ist ja klar, aber vll liegt darin unsere Chance (denke an Schalke, als eigentlich nur um die höhe der Niederlage gespielt wurde..). In den letzten Spielen hieß es immer: Gegen Berlin und Hannover MÜSSEN die Punkte her. Das war in gewisser Weise auch ein Druck, den die Mannschaft in München nicht hat und eigentlich befreit aufspielen kann.
Ich will jetzt einfach mal meinen ersten Saisonsieg sehn, weil ich immerhin den Schnee vom Platz geräumt habe und nach München fahre ;)

AUF GEHT'S FREIBURG KÄMPFEN UND SIEGEN!!!!

Südbadenpower

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Real

10.03.2010 - 22:40

Neeeeein, so ein Albtraum !!!
Real Madrid ist ausgeschieden !!! :(
Dafür soll es aber der SC in München besser
machen. Aufgehts, Jungs !!!

Matthias Scherrer

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Real

10.03.2010 - 22:40

Neeeeein, so ein Albtraum !!!
Real Madrid ist ausgeschieden !!! :(
Dafür soll es aber der SC in München besser
machen. Aufgehts, Jungs !!!

Matthias Scherrer

Matthias Scherrer > An einen Freund senden

Samstag

10.03.2010 - 21:58

Die Mannschaft muss Dreck fressen und sich in jeden Zweikampf reinschmeissen, als wärs das Ende der Welt. Und nach einer Ballübernahme muss sofort umgeschaltet werden und irgendwie der Ball aufs Tor gebracht werden. Und zwar so, dass er danach entweder drinnen oder im Aus ist, damit man sich formieren kann.

--

Wichtig ist, dass Robben und Ribery am Ende nicht mehr wissen, wo ihre Leute sind, weil sie nur Freiburger sehen.
UND PASST AUF DIESEN VAN BUYTEN AUF!!!!

Pluddou

Pluddou > An einen Freund senden

SCF - FCB

10.03.2010 - 21:38

So wie Real muss der SC auch versuchen zu spielen.
Es kann ja nicht vieles schief gehen......
Der SC muss einfach mitspielen !!! Egal ob der Gegner
jetzt 1.FC Köln oder der FC Bayern heißt.
Keine Angst Jungs, die Bayern sind auch nur Menschen...

Schaut Euch das mal an.... So wird guter Fußball gespielt !!!
REAL MADRID !!!!!!!!!!!!!
http://www.ran.de/de/fussball/champions-league/video/cl-live-player.html

Matthias Scherrer

Matthias Scherrer > An einen Freund senden

Kabinenansprache

10.03.2010 - 19:55

@Ljubljana, das hast Du sehr gut formuliert. Ich hoffe, Herr Dutt liest es auch und lässt es in seine Kabinenansprache, mit ordentlich Dampf in der Stimme, einfließen....so könnte wohl auch der letzte Spieler verstehen, wie eine ordentliche Manndeckung aussieht und wenn sie das dann auch noch auf dem Platz umsetzen, dann klappt's auch mit dem guten Ergebnis ;-)

easy

easy > An einen Freund senden

nix zu verlieren.....

10.03.2010 - 18:59

Habt ihr wirklich gedacht das wir um die Championsleague mitspielen?? Klar waren die letzten resultate schlecht, aber alles schwarz sehen bringt nix.....das Spiel fängt bei 0 zu 0 an.....

pioneer106

pioneer106 > An einen Freund senden

Vollgas geben

10.03.2010 - 17:42

Ich finde Heiko Butscher hat recht.Man ist nie chancenlos!!!
Allerdings müssen alle fighten bis zum umfallen.Nehmt den Bayern die Lust am Fussball.Auch die kochen nur mit Wasser.
Einen besseren Motivationschub wie Punkte in München holen gibts doch gar nicht, vor allem wenn man schon tot gesagt ist.
Ich drück dem SC die Daumen und möchte am Samstag ein Team sehen , dass sich richtig den A..... aufreißt.

maxe1311

maxe1311 > An einen Freund senden

FCB-SCF

10.03.2010 - 16:36

Eben in München haben wir nichts zu verlieren. Aber viel zu gewinnen. (ich ein Abendessen mit der Geschäftsführung, ist ne Münchnerin) also Daumen Drücken, Kopf hoch, und einfach mal treffen. werd live dabei sein

Chris1003

Chris1003 > An einen Freund senden

Alles oder nichts

10.03.2010 - 14:27

Gegen Bayern pressen und offensiv spielen. Die Bayern defensive war noch nie so... durchschnittlich wie in dieser Saison und das muss man ausnutzen. Ob wir dann am Ende 1:0 oder 5:0 verlieren ist nicht wichtig. Entscheiden ist das wir Punkte holen können und die sind mehr wert als jedes Torverhältnis!
Aufgehts Freiburg!

Gene

Gene > An einen Freund senden

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