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Was hat ein Trikot von David Villa im Schaufenster eines Fair-Trade-Ladens in Feldkirch zu suchen? Was haben Johanniter-Hof und Mohrenstüble gemeinsam? Und wer war nochmal Julio Isolierglas?

Der ORF mit seinem teilweise englischen Programm verkündet so jeden Morgen: And now: the weather. Heavy rain in the north, warm in the south" „Sänk you" sage ich dem Radio, das sehe ich selbst. Verstärkter Schnürlregen pieselt vom Himmel herunter, als ich mich zur Taube (nicht Traube, wie ich Trottel anfangs geschrieben habe) aufmache, zweites Frühstück: Frittatensuppe, kleines Bier und die Zeitung. Lieblingskellner nicht da, fesche Bedienung aber auch okay. Rekordhitze in Moskau. Merci, denk ich beim Blick aus dem Fenster, Rekordschnürlregen in Schruns, schreibt das mal.

 

Danach über die Straße zum Fair-Trade-Laden, wo der politisch korrekt gefertigte Ball mit der Unterschrift von David Villa im Schaufenster liegt. Daneben ein, auch sehr korrekter Zettel: David Villa Nr.7, Torschütze Nr.1. Und in Klammer steht da („Weltmeister"). Hmm, schon eigen der Ösi. Kein Training heute, also wieder Land und Leute kennen lernen. Ab ins schmucke Feldkirch. Auf der Fahrt, logo: FM4. Thema heute: „Hilfe, mir ist mein Beruf peinlich." Ein Leichenwäscher ruft an. Huh, gruselig. Oder ein Koch, der in einem Altenheim arbeitet und immer, wenn er einer Dame das Essen auf`s Zimmer bringt, fängt die an, sich an ihn ranzumachen. Auch gruselig. Die Moderatorin fragt, ob die Dame nicht ein bissel dement sei? Nee, die weiß schon was sie tut, ist auch ganz braun gebräunt, wohl vom Sonnenstudio. Dem armen Kerl fällt immer regelmäßig das Essen runter, der Rest des Gespräches geht im Studiogelächter unter.

 

In Feldkirch ab in die Altstadt. Erste Kneipe: iff-Stüble, seltsamer Name, noch seltsamer, dass keiner drin ist, dafür steht mit Riesenlettern auf dem Schaufenster: WIR SIND IM GARTEN! Von mir aus, ich nicht. Bei der Kneipe nebenan stolpere ich über das Schild: „WM Live!" Welche, die von 1954? Aber jetzt hat mich das Reiseleiterfieber gepackt. Muss doch was los sein. Ja, der Marktplatz, gleich mehrere Brauereinamen kündigen auf den Fassaden ihr Dasein an. Leider wird die Hälfte renoviert, die anderen gibt`s nimmer. Statt dessen H&M, Vera Moden und „Ihr Haar Trainer" in den Passagen, alles ziemlich austauschbar. Egal, rein in den Johanniter-Hof, wo mir ein älterer Herr erklärt, dass da mal die gesamte Decke „runterkimme is". Ängstlicher Blick nach oben. „Koi Angst, alles renoviert". Aha. Dann weiter in die Rauchbar, eher der Möchtegern Stylerladen, Schwarzhemdbedienungen, „Mochst mer noch a Latte"-Menschen, bissel Housegedudel, nicht schlimm, was man halt für angesagt und große weite Welt hält.

 

Schließlich das Mohrenstüble, Old-School Eckneipe, Karte besteht aus zwei Seiten, eine davon Spirituosen, der Rest Bier und Wein. Ein Zahnarzt hätte beim Publikum viel zu tun, ansonsten nette Kadetten, sehen alle aus wie 60 plus, sind aber eher zwanzig Jahre jünger. Die Unterhaltung, die ich mit einem Pärchen führe, wäre wohl interessant, wenn ich was verstehen würde. Deshalb kurz ein kleines Mohrenbräu gezischt, bin ja nicht zu meinem Vergnügen hier. Ganz schön anstrengend, so ein Reiseführer-Job denke, zurück ins Auto, Richtung Schruns, Ortsteil Tschagguns, Löwen. Mega leckere Tiroler Knödel gegessen und mich nach den Anfangszeiten der für den Abend angekündigten Hausmusik erkundigt. „Do kennens um holber zehne noch kumme."

 

Gesagt, getan. Halb zehn, der Laden ist randvoll und drei Burschen spielen mit zwei Gitarren und, wie man mir später erklärte, einer steirischen Orgel, auf. Volksmusik bitte nicht mit volkstümlicher Musik verwechseln. Hat mit dem Karl Moik-Schrott nix zu tun, muss mal gesagt werden. Ich hocke mich an den Stammtisch, mache aber, nachdem ich mein Bier bestellt habe, den Fehler, die Bedienung nach den Promillegrenzen in Österreich zu fragen. Sie ruft über den gesamten Tisch: „Anton, wieviel darfst trinken, wenn du noch Auto fahren willst" Anton schaut mich an und sagt: „Dreie gehen schon no" Alles klar.

 

Es geht dann richtig ab, Gassenhauer wie „Marina, Marina" werden von Sehnsuchtshämmern a la „Ein Schiff wird kommen" abgelöst. Der Bandleader bringt zwei, drei lässige Ansagen. Größter Lacher: „Und jetzt ein Song von Julio Isolierglas" Anton klärt mich auf: Iglesias. Ok, gewöhnungsbedürftig, ansonsten toll. Irgendwann hat noch ein Onkel Geburtstag, dem wird ein Liveauftritt via Handy geschickt. Alles sehr nett, wirklich.

 

Auf dem Heimweg, (zwei Bier, fahrtüchtig) läuft „Endless summer" im Radio und an meinen Scheiben macht`s „Poch, poch." Im Kopf höre ich „Raindrops keep falling on my head" Aber, so beruhigt mich der Wetterfrosch anschließend: „Samstag wird es schön." Samstag reise ich ab.

 

 

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Naja...

31.07.2010 - 13:09

Immer wieder lustig zu lesen und zum schmunzeln.
Einzig was mir fehlt, ist der Bezug zum SC. Wie war das nochmal mit der Selbstdarstellerei?

rebel4life

rebel4life > An einen Freund senden

Kneipen Tour....

31.07.2010 - 11:28

Dachte Du wärst in Schruns wegem dem SCF dabei um auch zu
Berichten.Denke da haste was verwechselt oder so was ähnlichs.
,,Kneipen Tour um Schruns "das klingt doch Besser,oder.
Vielleicht solltest einen kleinen Reiseführer draus machen,für das
nächste Jahr.Das könnte mann dann in der SCF Geschäftsstelle
für so 5-7 Euro Erwerben.Und die mitgereisten SCler wissen dann
wohin in der Freizeit.Ach ja,obs das eine oder andere Kneipel dann noch gibt,wird man sehen.
Viel Spaß weiterhin und immer schön Radio Hören auch in FR.
Radio Regenbogen usw.....

balicharly

balicharly > An einen Freund senden

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