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Freunde statt Fremde

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Für unsere Aktion „Freunde statt Fremde" suchen wir Jugendmannschaften aus der Region, in denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund spielen. In Heimspiel und hier auf der SC-Website wollen wir diese Teams vorstellen.

 

In einem Fußballverein zu kicken, ist für viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ein wichtiger Baustein im Prozess ihrer Integration. In den Jugendabteilungen zahlreicher Vereine auch hier in der Region wird diese gesellschaftliche  Aufgabe tagtäglich wahrgenommen, ohne dass darum viel Aufhebens gemacht wird. Dieses Engagement will der Förderverein Freiburger Fußballschule in seiner Initiative „Freunde statt Fremde" dokumentieren und würdigen.

Im SC-Stadionmagazin „Heimspiel" und hier auf der SC-Website werden wir deshalb Jugendmannschaften aus der Region vorstellen, in denen Mädchen oder Jungs mit Migrationshintergrund spielen. Die jeweils mit einem Foto und einem kurzen Text vorgestellten Teams sollen als Beispiele dafür stehen, wie in Fußballvereinen auf vielfältige, unterschiedliche und meist ganz unspektakuläre Art und Weise Integration einfach gelebt wird. Weil ausländische Kinder (und oft auch ihre Eltern) dort die deutsche Sprache lernen. Weil sie im Fußballverein Freunde finden. Weil zusammen Fußball zu spielen bedeutet,  zusammen Spaß zu haben und zusammen traurig zu sein. Kurz: Weil Kinder und Jugendliche im Verein gemeinsame Erfahrungen machen, die verbinden und solidarisches Handeln und den respektvollen Umgang miteinander fördern.

 

All das geschieht in fast jedem Fußballverein an fast jedem Tag und macht den Fußball und insbesondere seine Jugendarbeit damit zu einer der stärksten integrativen Kräfte in unserer Gesellschaft.  Auch darauf wollen wir mit „Freunde statt Fremde" hinweisen und so die integrative Rolle des Fußballs weiter stärken.        

Also, Eltern, Spielerinnen und Spieler, Trainer und Betreuer - wer Jugendmannschaften kennt, in denen Jungs oder Mädchen mit Migrationshintergrund kicken, wer selbst in solchen Mannschaften spielt oder für sie verantwortlich ist: Bitte bei uns melden!

Kontakt: ziegler@scfreiburg.com oder Tel.: (0761)/7077111 (Sebastian Neuf)


 

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Foto: Niklas Ziegler

„Fußball? Klar macht mir das Spaß! Hausaufgaben? Machen nicht immer Spaß, aber hier mache ich sie gerne!“

Emilio Muzurovic (liegend vorne rechts), 8, vom Projekt „Fußball und Schule“ in Ottersweier

 

Es ist eine Fußballschule im wahrsten Sinne des Wortes. Die „Fußballschule“ in Ottersweier ist eine Kooperation zwischen dem FV Ottersweier, der Sportstiftung Biniok und der örtlichen Maria-Victoria-Schule. Die Wurzeln der sieben- bis elfjährigen Kinder liegen auf fast allen Kontinenten – nur aus Südamerika kam in zweieinhalb Jahren keiner. Jeden Montag gibt es ab 14 Uhr 60 Minuten Hausaufgaben-Betreuung und dann 90 Minuten Fußball-Training – alles kostenlos. Egal, ob mit dem Bleistift in der Hand oder mit dem Ball am Fuß: „Die Herkunft spielt hier keine Rolle“, freut sich der betreuende Lehrer und Trainer Egon Koch.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Die Passkontrolle vor dem Spiel ist für unseren Kapitän immer wieder eine stets amüsante sprachliche Herausforderung“

Bernhard Müller, Trainer der B3-Junioren der SG Freiburg-St. Georgen/Blau-Weiß Wiehre

 

Wenn Bernhard Müller und Erko Agovic die Spielerpässe der B3-Junioren der SG Freiburg-St. Georgen/Blau-Weiß Wiehre durchblättern, könnten sie gleichzeitig auch mit dem Finger über die Weltkarte fahren. Im 15 Spieler umfassenden Kader sind drei Libanesen, zwei Nigerianer, zwei Bosnier, zwei Kosovo-Albaner, ein Iraker, ein Russe und ein Italiener. Da kann sich der Kapitän bei der Passkontrolle vor dem Spiel bei manchem Nachnamen schon mal einen Versprecher leisten. Dann gibt es zwar ein schallendes, aber kein hämisches Gelächter. Auf und neben dem Platz gibt es beim Team nur ein gesundes und humorvolles Miteinander.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Wenn ich nach Hause fahre, bringe ich etwas deutsche Ordnung mit. Hier
bringe ich den Jungs auch mal Spaß und Theater“.

Bidel Digbeu, Co-Trainer der B1-Junioren vom PTSV Jahn Freiburg


Co-Trainer, Torwart-Trainer und Kumpel: Bidel Digbeu, 42, geht in seiner „Dreifachbelastung“ bei seiner „zweiten Familie“, der B1 des PTSV Jahn Freiburg, sichtlich auf. Wenn der ehemalige Nationaltorwart der Elfenbeinküste zum Training kommt, steigt der Spaß-Faktor. Der ist aber nicht alles. „Er fordert mich in jedem Training und hat mir viel über das moderne Torwart-Spiel beigebracht“, lobt Torhüter Valentin Rupp. Es ist die zweite Saison, in der Digbeu mit Trainer Michael Frey das Team trainiert. „Durch den Fußball beim PTSV habe ich viele Freunde gefunden - und gesehen, was Ordnung im Fußball leisten kann“, lacht Digbeu.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Wir sprechen und spielen mit einer Sprache – Fußball! Wie die Jungs miteinander umgehen, ist einfach nur bemerkenswert.“

Werner Kury, Trainer der E1-Junioren von Alemannia Müllheim

 

 

Die E1-Junioren von Alemannia Müllheim haben schon einiges miteinander erlebt. Seit zweieinhalb Jahren spielt die Mannschaft zusammen. Die Jungs haben ihre Wurzeln in sieben Nationen: Kroatien, Kosovo, Russland, Italien, Schweiz, Portugal und in Deutschland, das jetzt für alle Heimat geworden ist. Es gab Spiele voller Jubel und Heiterkeit, bittere Momente nach Niederlagen – und die Pasta-Party in Italien. Der Besuch in der italienischen Partnerstadt Ledro im Frühjahr 2010 „hat die Jungs noch mehr zusammengeschweißt“, weiß Trainer Werner Kury. Aus kultureller Vielfalt ist über 30 Monate so eine fußballerische und freundschaftliche Einheit geworden.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Fußball bedeutet etwas Gutes. Hier sind meine Freunde, hier kann ich lock­er sein, alles GEben und mich auspowern.“

Erduan Jasari, 13, aus der C-Jugend des FC Freiburg-St. Georgen


Erst wurde gelernt, dann Fußball gespielt. Erduan Jasari (links) kam vor acht Jahren mit Eltern und vier Geschwistern aus dem Kosovo ins Freiburger Flücht­lings­heim Hagelstauden. Nach der Schule ging es häufig zu Familie Jäksch. Saskia Jäksch half Sohn Philipp und Erduan bei den Hausaufgaben, und fuhr die Jungs anschließend zum Training des FC Freiburg-St. Georgen. Eineinhalb Jahre später fand auch Erduans Zwillingsbruder Ersat den Weg zur D-Jugend des Vereins. Eine Mannschaft, die Trainer Bernhard Strecker seit der G-Jugend trainiert: „Hier werden keine Unterschiede gemacht, hier zählt immer nur die Mannschaft.“

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Im Kindergarten haben mich alle immer so komisch angeschaut. Beim Training habe ich mich nie als Ausländer gefühlt."

Bernard Mensah-Kyere (15, 3.v.l.) vom SV Blau-Weiß Wiehre Freiburg


Vor neun Jahren stand er allein am Spielfeldrand. Trainer Andreas Zier sprach Bernard einfach an. Der Sechsjährige war mit seiner Mutter aus Ghana nach Freiburg gekommen und konnte kaum Deutsch. Doch eines sah man sofort: er wollte Fußball spielen. Bei Blau-Weiß Wiehre fand er dazu viele Freunde und einen Verein, der ihn auch neben dem Platz unterstützt. Neun Jahre später spricht Bernard fließend Deutsch und macht seine Mittlere Reife. Auf dem Patz sieht man ihn trotzdem fast jeden Tag: trainieren, spielen, dem F-Jugend-Trainer helfen oder E-Jugend-Spiele pfeifen – Hauptsache der Ball und andere Freunde sind dabei.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Integration funktioniert im Fussball von ganz allein. Denn Spass am Spiel kann man nur gemeinsam haben – auf und  neben dem Platz .“

David Reinhardt (42), Trainer der B2-Jugend des FFC

 

Frankreich, Griechenland, Italien, Libanon, Türkei, Kroatien, Tunesien und Deutschland – rekordverdächtige acht Nationen sind im U-16-Kader des Freiburger FC  vertreten. Die Eltern teilen sich Trikotwäsche, Fahrdienst und Freud und Leid beim Mitfiebern am Spielfeldrand. Nach den Spielen werden dann neben sportlichen Analysen auch kulinarische Köstlichkeiten ausgetauscht – und nicht nur die einträchtig mit der Schwarzwälder Kirschtorte zusammen stehenden gefüllten griechischen Weinblätter und türkischen Simit und Baklava zeigen wie locker und lecker Integration funktionieren kann.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Am Anfang hat Sergeys Mutter noch übersetzen müssen. jetzt können wir alle direkt miteinander reden – und nicht nur über Fussball.“

Armin Meier, Trainer der E-Jugend der SG Kippenheim-Schmieheim


Sergey Oznoblekov (10, mit Ball) kam vor einem Jahr mit seinen Eltern aus Woronesch (Russland) nach Deutschland. Weil er gerne Fussball spielt, tauchte Sergey schon bald beim Training der E-Jugend der SG Kippenheim-Schmieheim auf. Am Anfang versuchte Sergeys Mutter Nina (Foto), die Anweisungen von Trainer Armin Meier so gut es ging zu dolmetschen. Heute braucht Sergey beim Kicken keine Übersetzungshilfen mehr. Und auch sonst nicht, wenn er mit seinen Kippenheimer Fußballfreunden spricht – auf und neben dem Platz.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Herr Koeksal und seine Kinder sind in den letzten Jahren ein Teil unseres Vereins geworden – und gute Freunde“

Peter Boroh (44), Jugendleiter des FV Aichhalden


Özcer Köksal (2. v. rechts), 42, seit 1980 in Deutschland, engagiert sich seit zwei Jahren beim FV Aichhalden im Kreis Rottweil. Da die Busverbindung von der Nachbargemeinde zum Vereinsgelände nicht sehr gut ist, fährt er seine  Söhne Onur (11, 3.v.r.)  und Sezer (14, 4.v.r.) und andere Jungs der C- und D-Jugend  allwöchentlich zum Training und  zu den Spielen.  Beim FV Aichhalden sind er und seine Kinder schon lange keine Fremden mehr, hat uns der Jugendleiter Peter Boroh erzählt, sondern, im Gegenteil, „gute Freunde“.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Wir sind bis heute dafür dankbar, wie unsere Freunde vom SV Berau mitgeholfen haben, dass wir hier in Sicherheit weiterleben konnten"

Shefqet Gusturanaj  (46), Familienvater


Seit gut 16 Jahren haben die Gusturanajs (Vater Shefqet 3.v.l., Sohn Nexhdet, 5.v.l.) in Berau bei Waldshut ihre zweite Heimat gefunden. Als die Familie, deren zwei Söhne damals beim SV Berau kickten,  1999 während des Kosovo-Krieges abgeschoben werden sollte, initiierten die Vereinsmitglieder (stellvertretend die hilfreichen Nachbarn Familie Brenninger, 2. und 4. v.l., und Ulrich Glaesemann, r.) eine Unterschriftenaktion und verhinderten so die Ausweisung. Die Familie konnte dort bleiben, wo sie jetzt  noch  ist – unter Freunden in Berau.

 

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Foto: A.J. Schmidt

„Fußball ist mehr als nur ein 1:0 - Neben dem sportlichen Wettbewerb geht es auch um soziale Verantwortung im Alltag “

Guido Gollenbeck (42), Jugendleiter des PSV Freiburg

 

Über Integration wird beim PSV Freiburg nicht viel geredet, sie wird praktiziert. In dem Vorstadtverein spielen viele Kinder mit Migrationshintergrund – allein bei den kunterbunten C2-Junioren sind es sechs von vierzehn Kids. Auch ihre Eltern engagieren sich für das Zusammenleben. Zum Beispiel Irena Kahindi (48), die Mutter von Kevin (mit Ball). Die Polin, die mit einem Kenianer verheiratet ist, fährt die Jungs zu Auswärtsspielen, wäscht Trikots und hilft mit ihrer Schwester Danuta bei Vereinsfesten – kurzum sie ist, wie Ronald Strickler (45, oben rechts), der stellvertretende Jugendleiter und C2-Trainer des PSV sagt: „Die gute Seele des Teams.“

 

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Banner: Freunde statt Fremde
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