Die Idee vom Ausbildungsverein

Foto: Keller
Der SC Freiburg war der erste deutsche Proficlub, der sich Ende der 1990er Jahre explizit als Ausbildungsverein positionierte. Die hochqualifizierte und nachhaltige Talentförderung ist seitdem ein Eckpfeiler des strategischen Konzepts, mit dem Freiburg langfristig als Bundesligastandort gesichert werden soll. Neben der erstklassigen Ausbildung in der Freiburger Fußballschule zählt die außergewöhnlich hohe Durchlässigkeit vom Nachwuchs- in den Profibereich zu den besonderen Qualitätsmerkmalen dieses Konzeptes.
1993 ist der SC Freiburg erstmals in seiner Geschichte in die Erste Bundesliga aufgestiegen. Seitdem versucht man beim Sport-Club die Grundlagen dafür zu schaffen, Freiburg auch
perspektivisch als Bundesligastandort zu etablieren. Bei den Überlegungen, wie das realisiert werden kann, wurde die eigene Nachwuchsarbeit früh zu einem Kernstück in den strategischen Planungen des Clubs gemacht. Der SC Freiburg war damit der erste deutsche Proficlub, der sich ausdrücklich als Ausbildungsverein positionierte.
Die Basis dieses Konzepts bildete das Wissen, dass der Sport-Club als Verein aus einer vergleichsweise kleinen Stadt und einer Region mit wenig Industrie, einer überschaubaren Wirtschaftskraft und geringer Bevölkerungsdichte gegenüber zahlreichen Konkurrenten strukturelle Defizite besitzt, die auch langfristig Bestand haben werden.
Dagegen zählt die Ausbildung von Nachwuchsspielern, so die Überlegung der Verantwortlichen, zu den Nischen, in denen der SC auch im nationalen Vergleich auf Augenhöhe mit den Konkurrenten agieren kann – und manchmal vielleicht auch eine Nasenlänge voraus.
Zumal ein Wettbewerbsnachteil in diesem Kontext zum Vorteil wird: Weil seine finanziellen
Mittel beschränkt sind, wird der SC auch auf
Dauer eher selten so genannte gestandene und damit teure Spieler kaufen. Was für den eigenen Nachwuchs heißt: Die Durchlässigkeit von der
Jugend zu den Profis kann größer sein als bei Vereinen, in denen teure Zugänge auch zum
Einsatz kommen müssen oder die Nachwuchsspieler gar mit internationalen Stars konkurrieren. In Freiburg haben Talente aus dem eigenen Nachwuchs deshalb größere Chancen, den Sprung in den Profibereich zu schaffen, zumal auch der Cheftrainer gerne auf eigene Talente setzt.
Dass 2009 beim Aufstieg in die Erste Bundesliga 12 Spieler aus der eigenen Ausbildung im Freiburger Kader standen und damit mehr als bei jedem anderen deutschen Profiverein, ist nur ein besonders eindrucksvoller Beleg dafür, mit wie viel Konsequenz, Engagement und Kontinuität die Idee vom Ausbildungsverein in der Freiburger Fußballschule seit ihrem Bau 2001 umgesetzt wurde und sich dabei auch als tragfähig erwies.
Wie man diese Idee seit Ende der 1990er Jahre konkret verfolgt hat und wie man sie in der Freiburger Fußballschule weiterhin hegt und pflegt, erzählen wir Ihnen auf den folgenden Seiten – und auch noch von ein paar Erfolgen mehr, die man damit hatte.







